Wusstet Ihr schon??
Das es in Kassel / Hessen ein Tapetenmuseum gibt?
Von der Panoramatapete zur Fototapete, die kleinen Mietwohnungen Zugang zu karibischen Traumstränden ermöglichte, vergingen keine 200 Jahre. Was davor und dazwischen die Wände der guten Stube schmückte, zeigt das Tapetenmuseum in Kassel in einer einmaligen über 18.000 Objekte umfassenden Sammlung.
Jede Tapete erzählt hier ihre eigene kleine Kulturgeschichte. So zum Beispiel die luxuriösen Goldledertapeten, die im Barock europäische Adelshäuser zierten. Sie kamen wegen ihrer langen Haltbarkeit in Mode und Bedrängnis. Denn, den Gesetzen des Zeitstils unterworfen, schien bald nichts langweiliger, als stets unter der Last derselben Tapete zu hausen. Goldledertapeten wurden von Seidentapeten aus Kanton abgelöst, später von Papiertapeten aus Frankreich.
Um 1800 entstanden die ersten Panoramatapeten, quasi die Vorläufer der Fototapete: nebst lieblichen Landschaften der Kontinente komplett mit Gebäuden, finden sich hier auch wuchtige Szenen, wie die Schlacht von Waterloo. Die monumentalen, teilweise auf 32 Rollen Papier aufgedruckten Tapeten fanden selbst in Australien Geschmack. Das Museum besitzt eine beeindruckende Sammlung von Biedermeier und Jugendstil bis zu Designertapeten. Wer bekommt hier nicht Lust auf einen Tapetenwechsel?
Auszug aus: "übersehene sehenswürdigkeiten. deutsche orte" von Michaela Vieser und Reto Wettach

